{Rezension} Haydu, Corey Ann: Don't Tell Me Lies

28. März 2016

Originaltitel: Life by Comittee
beim dtv am 1.Mai 2015 erschienen
Einzelband
352 Seiten
Meine Wertung: ♥♥♥


Tabitha ist vollkommen überfordert. Nicht nur, dass sich ihre Freundinnen von ihr abgewandt haben, sie verliebt sich ausgerechnet in Joe, der eine Freundin hat. In einem Buch entdeckt sie auch noch einen Link, der sie zu einer mysteriösen Website führt, wo die Mitglieder anonym ihre Geheimnisse beichten und dazu eine Aufgabe erhalten mit einer Frist. Falls die Aufgabe nicht erfüllt wird, werden alle Geheimnisse ausgeplaudert und das kann Tabitha gar nicht gebrauchen. 

Es ist ein schon gelesenes Buch, aber ich möchte es euch trotzdem vorstellen!
Mit einer Website, auf der man Geheimnisse veröffentlichen kann, und Aufgaben, die dazu gelöst werden müssen, schafft die Autorin, Corey Ann Haydu, mich in Tabithas Leben einzuspannen und ihren Weg zu verfolgen.

Bei Don't Tell Me Lies handelt es sich um einen Roman, der vom Erwachsen werden erzählt und gar nicht von einer Liebesgeschichte. Klar, es wird auch Tabbys Liebesleben erwähnt, aber das ist eher zweitrangig. Die Aufgaben der Website 'Life by Committee' sind nicht mal grad so gelöst und Tabby muss viel riskieren. Da ist die Aufgabe 'Küss ihn nochmal' zu dem Geheimnis, dass sie einen Jungen geküsst hat, der eine Freundin hat, noch harmlos.

Kommen wir zur Handlung. Die Idee der Website und so der unter Druck Setzung der Protagonistin Tabby hat mich ziemlich neugierig gemacht, weil ich oft dachte, dass sie einige Aufgaben nicht erfüllen wird. Die Mitglieder der Seite waren ziemlich aussagekräftig und waren allesamt anders. Ich hätte nicht gedacht, dass ein paar Chatverläufe einen Charakter so beschreiben können. Dadurch, dass die Autorin auch noch weitere Spannungsbögen gekonnt eingebaut hat, die ich aber auch nicht weiter erläutern mag, da ich nichts vorweg nehmen will, konnte die Handlung wirklich für sich sprechen.

Zu den Protagonisten zählt diesmal nur eine Person. Es handelt sich ja auch nicht, um einen Liebesroman wie oben erwähnt. Tabitha, kurz Tabby, hat oft meine Nerven geraubt. Sie war zwar, naja wie soll ich das sagen, auf der richtigen Seite, aber ich kann naive Charaktere einfach nicht ab. Dadurch, dass sie die Aufgaben angenommen hat, die wirklich riskant waren, macht es sie für mich zu einer naiven Person. Man konnte ihren Gedankengang lesen und wie sie sich gesträubt hat die Aufgaben anzunehmen, aber wenn die Konsequenzen einem bekannt sind, sollte man sie trotzdem ablehnen, auch wenn es eine dämliche Regel in einer Art Spiel ist. Das hat dann auch den Realitätsfaktor nach unten geschraubt und ich musste oft die Augen verdrehen. Klasse fand ich allerdings, dass Tabby selbstständig ist und sich von ihren frühigen Freunden nicht unter kriegen lässt, obwohl ihr Verhalten sie selbstverständlich verletzt. Zu den wichtigsten Charakteren zählen auch ihre Eltern, die für sie eher wie Freunde oder Mitbewohner sind. Sie haben zwar ein eigenes Café, wirken aber noch jünger als Tabby. Ihr Vater verhält sich absolut kindisch. Ihre Mutter ist sogar mit ihrer Mutterrolle überfordert.

Die Schreibweise ist jugendlich gehalten und daher auch flüssig zu lesen. Man hat wirklich das Gefühl die Geschichte aus Tabbys Sicht lesen zu dürfen. Das gibt einen Pluspunkt und konnte mich für sich gewinnen.

Fazit ist, dass man hier sieht wie ein junges Mädchen erwachsender wird. Es ist keines Falls ein Liebesroman, wie ich erwartet hatte.
Corey Ann Haydus Schreibweise ist super zu lesen und lässt den Leser durch die Seiten fliegen. Die Idee der Geschichte wurde gut umgesetzt. Die Autorin konnte mich mit den Nebencharakteren überzeugen. Leider haben die Protagonistin und ihre Eltern ziemliche Minuspunkte angehäuft. Sie wirkten realistisch, bis auf den Punkt, dass Tabby so naiv ist, da sie sich selber erzogen hat, trotzdem konnte ich mit den Eltern nicht warm werden und mit Tabby eher nur zur Hälfte.

Ich empfehle es trotzdem, da die Charaktere nur einen Schwachpunkt für mich darstellen, euch aber trotzdem überzeugen könnten!



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