Herzensbücher
Wenn du toleranter wirst und deinen eigenen Weg gehst

2. Juli 2016

Hallo meine Lieben, 

schon lange gab es keinen Post, der mal keine Rezension ist. Dafür hab ich mir ein besonderes Thema ausgesucht, passend zur Aktion von Mareike, die 100 Bücher zusammenstellen will, die man unbedingt gelesen haben sollte.

Ich hab mir dabei das Thema Herzenbücher rausgesucht.
Herzensbücher sind Bücher, von denen ich nicht los komme. Es sind Bücher, bei denen ich lachen, weinen und schreien musste, bei denen die Protagonisten einen Sturm voller Gefühle hinterlassen haben und bei denen ich mich verstanden fühlte. Oftmals habe ich sie in den Ferien durchgelesen oder an Tagen, in denen ich dachte, dass ich Unterstützung brauchte, hervorgekramt und mir meine Lieblingsstellen durchgelesen habe. Beim Beenden des Buches wird mir eine Art Moral vorgeführt, die ich gerne beibehalten mag und auch zu gerne ausführe. Es sind eben Bücher, die mein Leben verändert haben - so kitschig es auch klingen mag.

Mareikes Liste erhält eher die Klassiker, daher schlage ich meine Herzensbücher nicht für ihre Liste vor. Trotzdem möchte ich mit euch einige Momente meines Leser Lebens vorführen. Ich hab nun einige Beispiele vorbereitet von Büchern, die ein Gefühlschaos bei mir ausgelöst haben und/oder noch dazu eine andere Seite gezeigt haben. (Spoiler können also durchaus enthalten sein)
Grundsätzlich bin ich nicht der Mensch, der großen Gefühle. Ich weine nicht vor anderen, lasse mir meine Wut und Enttäuschung nie anmerken und hoffe, dass sich alles von selber löst. Daher fällt es mir auch schwer den Post zu verfassen und ich habe ihn schon mehrmals gelöscht und neu angefangen. Da ich aber weiß, dass aus meiner Schule ohne hin keiner diesen Post anrühren wird, wage ich mich an einen Versuch und plauder ein bisschen über mein Privatleben.



Für mich sind Bücher, die meine Sichtweise verändert haben, besonders. Durch verschiedene Perspektiven konnte ich schon einen Blick in das Leben eines gehandicapten Menschen, eines innerlich zerstörten Menschen und eines verliebten Menschen werfen. Verschiedene Bücher mit verschiedenen Menschen und Themen haben mir vieles beigebracht, was ich so gar nicht verstanden hätte. Zum Beispiel, dass auch wenn etwas unmöglich scheint, dass man an Träume festhalten und versuchen sollte, dass sie auch in Erfüllung gehen. In Maybe Someday von Colleen Hoover geht es genau darum. Ein tauber Musiker, der trotzdem auf der Bühne stehen will und letztendlich erfüllt er sich seinen Traum mit eigenem Gesang und eigener instrumentalen Begleitung. Niemals hätte ich den Mut dazu aufgebracht, um zu reden, wenn ich selber nicht weiß wie es sich anhört und erst recht nicht gesungen. Ein ganzes halbes Jahr hat mir auch eine andere Seite gezeigt. Wenn man so gehandicapt ist, dass man keinen Ausweg sieht als zu gehen und geliebte Menschen zurück zu lassen. Erst habe ich nicht verstanden wieso manche Leute sowas wie eine Sterbehilfe beanspruchen. Aber was ist es schon, wenn man keiner Verantwortung für sich selbst übernehmen kann, wenn man wen schon für die kleinsten Sachen benötigt und nichts alleine schafft. Natürlich gibt es immer einen anderen Weg, aber man sollte auch den, den man für wichtig erachtet gehen, egal was andere denken, auch wenn es Menschen sind, die einem nahe stehen.
Dann gibt es noch die Young-Adult Bücher, die Depressionen, Drogen und Alkohol beinhalten.
Auch ich habe mal eine schlechte Phase gehabt, wo ich mich schlecht gefühlt habe, wie jeder in der Pubertät. Ich wurde gehänselt in der Schule und musste die Klasse wechseln, anschließend die Schule, aber wieso man so down sein konnte, dass man zu Drogen und Alkohol greift, habe ich nie verstanden. Naja, bis eben die Young Adult Bücher kamen. Ich bin eben in einer behüteten Familie groß geworden. Natürlich haben auch wir Probleme und es läuft nicht alles rund, aber wenn es hart auf hart kam, war immer einer da, vorzugsweise mein kleiner Bruder. Die Protagonisten in diesen Büchern haben keinen. Zum Teil versteh ich es immer noch nicht, da ich selber diese Erfahrungen nicht gemacht hab, aber ich akzeptiere die Menschen, die sich mit so etwas ausdrücken wollen und versuche zu helfen, wo ich kann.
Mein Sommer nebenan ist mein allerliebstes Buch. Für mich war es und ist es perfekt. Nach dem Lesen war mir klar, dass die Protagonistin die ehrlichste, mutigste und hilfsbereiteste Person ist, die ich je gesehen habe. Ich habe gelernt andere Personen nicht zu verurteilen wie Samanthas Mutter, die die Garretts nicht ausstehen kann, weil sie eine Großfamilie sind. Außerdem hat es mir gezeigt, dass man alles hinterfragen sollte, auch die kleinsten Dinge. Dass man aufmerksamer den Menschen zu sehen sollte.

Ich könnte jetzt hunderte Bücher aufzählen in denen ich etwas gelernt habe und die mir etwas vermittelt haben. Das Schönste an diesen Büchern ist, dass sie euch komplett öffnen für neue Dinge. Ob es die Akzeptanz von Homosexualität ist - die, wie ich anmerken darf, immer noch nicht überall toleriert wird -  oder ein Verständnis für Personen mit psychischen Problemen, die man auch nur nicht nachvollziehen kann, weil man sie selber nicht hat. Ich weiß, dass viele in der Öffentlichkeit immer behaupten, dass sie Verständnis haben, aber das haben die wenigen. Von der Gesellschaft wird so vieles gerne gesehen, aber was das einzig Richtige ist, interessiert keinen. Diese Herzensbücher haben mir gezeigt, dass es nur mich etwas angeht, was ich mit meinem Leben anfange und welche Meinung ich teile.

Wie seht ihr das? Gab es bei euch auch schon viele Momente in denen ihr begriffen habt, dass ihr etwas falsch macht? Habt ihr wegen einem Buch etwas komplett verändert?

Ich hoffe, dass ich euch nicht mit meinem Post verschreckt habt und ihr meine Sicht nun nachvollziehen könnt, wieso ich ein solches Buch in eine Liste packen würde.

Ich wünsche außerdem Mareike noch ganz viel Erfolg bei ihrer Aktion und werde auch einige Bücher der Liste abarbeiten.
Ein schönes Wochenende euch allen ♥

Kommentare:

  1. Schöner Post. Ich denke, jeder Leser hat solche Bücher, die einen einfach nie loslassen werden. Für mich wäre das zum Beispiel Perks of Being a Wallflower. Das Buch ist irgendwie mein Leben in Fiktion, einfach wunderschön. Ich könnte jedes Mal in Glückstränen ausbrechen am Ende. Aber Bücher die mir einfach Kraft geben, sind natürlich Harry Potter und Herr der Ringe. Aus diesen Bücher kann ich pure Hoffnung schöpfen, dass es immer irgendwie weitergeht. :)

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    1. Für solche Momente lesen wir ja auch, schätze ich.
      Leider hab ich alle diese Bücher nicht gelesen :(

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  2. Huhu liebe Sara,
    was für ein schöner und offener Post! Ich kann dich gut verstehen, in vielen ging es mir gneauso! Ich bin auch der Meinung, dass ich durch Bücher sehr viel gelernt habe, wenn auch oft unbewusst. Mir ist dadurch nicht nur klar geworden, dass es ok ist so zu sein wie ich bin und dass man nicht immer wie alle anderen sein muss um akzeptiert zu werden, sondern auch viele gesellschaftliche Themen sehe ich durch die Bücher, die ich gelesen habe, ganz anders und bin froh, dass ich durch Geschichten so bereichert wurde. Ich wünschte immer, es würde mehr Menschen geben, die Bücher lesen, dennd araus kann man so unglaublich viel mitnehmen!
    Liebste Grüße, Krissy ♥

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    1. Ich seh es genauso wie du, Krissy. Wenn ich nicht lesen würde, würde ich genauso sein wie die anderen Mädchen in meinem Alter und das bin ich eben nicht. Ich bin die Sara, die ich sein mag und die ich auch sein will, ganz egal was irgendwer sagt. Du hast so recht, denn wenn mehr Menschen, vor allem Jugendliche, lesen würden, würden sie auch vieles anders sehen und eventuell auch so handeln wie sie es für richtig empfinden.

      Liebste Grüße zurück ♥

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